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Wie könnte eine möglichst barrierefreie Sicherheitskontrolle mit Körperscanner an Flughäfen aussehen ?

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UNI Tübingen lädt im Rahmen des THEBEN-Projektes Interessensvertreter aus dem Bereich Menschen mit Behinderung zum Workshop nach Tübingen ein.

Der mögliche Einsatz von Körperscannern an Flughäfen spaltet die Europäische Union und sorgt auch in Deutschland weiter für Diskussionsstoff und Kritik. Datenschützer befürchten massive Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte, so stehen insbesondere ethische Probleme im Mittelpunkt der Debatte.

Seit dem gescheiterten Flugzeug-Attentat am ersten Weihnachtsfeiertag über Detroit ist die Debatte über den Einsatz so genannter Körperscanner bei der Kontrolle von Flugpassagieren wieder aufgeflammt. Neben der Frage nach ihrem Nutzen stehen ethische Probleme im Mittelpunkt der Debatte. Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen weist darauf hin, dass ethische Probleme insbesondere im Zusammenhang mit Menschen mit verdeckten Behinderungen entstehen: "Schambesetzte körperliche Behinderungen und chronische Krankheiten werden mit Körperscannern identifiziert, und die betroffenen Menschen werden leicht zu Terror-Verdächtigen und müssen sich erklären. Damit werden kranken und behinderten Menschen entwürdigende Situationen zugemutet."

Auch wenn - wie in der momentanen politischen Diskussion vorausgesetzt wird - die Bilder so anonymisiert werden, dass nicht mehr der nackte Körper dargestellt wird (sondern nur noch die Umrisse des Körpers oder ein abstraktes Piktogramm), sind nicht alle ethischen Probleme gelöst. Die Scanner müssen zwischen "Menschlichem" und "Nicht-Menschlichem", das sich unter der Kleidung befindet, unterscheiden. Damit ist eine Bevölkerungsgruppe in besonderer Weise betroffen: Menschen mit verdeckten Behinderungen. Das "Nicht-Menschliche" mag ein Keramikmesser oder Plastiksprengstoff sein - es kann aber auch eine Brustprothese, ein Insulinport, ein Urinbeutel oder ein künstlicher Darmausgang sein.

Die ethischen Probleme der Körperscanner werden bereits seit 2007 in dem Forschungsprojekt THEBEN unter Leitung von Ammicht Quinn untersucht. "THEBEN" steht für "Terahertz-Detektionssysteme: Ethische Begleitung, Evaluation und Normenfindung". Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Im Rahmen des Projektes wird derzeit für das Ministerium eine Handreichung zur ethischen Bewertung von Sicherheitstechnologien insgesamt erarbeitet. Diese Handreichung soll zur Erstorientierung für Forschungspolitik, Anwender, Betroffene und den gesellschaftlichen Diskurs dienen.

Das Projekt THEBEN reflektiert die Körperscanner dort, wo sie auf den Menschen angewendet werden, in ihrer Entwicklung, bewertet Umsetzungs-Szenarien und arbeitet Bedingungen für die ethisch vertretbare Anwendung der Scanner aus. Darüber hinaus analysiert und bewertet es gesellschaftliche Konzepte von Sicherheit im Zusammenhang mit Sicherheitstechniken. Dabei wird Technikgestaltung immer als Gesellschaftsgestaltung betrachtet. THEBEN verbindet die ethischen Reflexionen direkt mit der Technikentwicklung, so dass Ethik zu einem Partner in der Technikgestaltung wird.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des THEBEN-Projekts begleiten mehrere vom Bundesforschungs-ministerium geförderte Terahertz-Forschergruppen. Dazu wurde im Jahr 2009 bereits ein Workshop mit dem Titel "Vorsicht, Durchsicht, Weitsicht - Ethische Aspekte von Terahertz-Detektionssystemen" veranstaltet.

Am 21. und 22.Juli 2010 findet nun ein weiterer Workshop mit dem Thema " Der Einfluss von Sicherheitstechnik auf die Mobilität von Menschen mit Behinderung am Beispiel Körperscanner" in Tübingen statt. Behandelt werden u.a. die Leitfragen, welche Menschen sind auf welche Art und Weise durch die Nutzung von Körperscannern zur Fluggastkontrolle betroffen, für welche Personengruppen wird der Zugang zum Flugzeug erleichtert oder erschwert und wie kann dafür Sorge tragen, dass solche Körperscanner für Menschen mit Behinderung nicht zur Belastung werden.

Hierzu werden Betroffene und Interessenverteter aus den Bereich Menschen mit Behinderung nach Tübingen geladen, um ihre Sichtweise und Erfahrung in die Diskussion einzubringen.

Das 1990 gegründete IZEW ist ein interdisziplinär und international ausgerichtetes Forschungszentrum der Universität Tübingen, das ethische Fragen untersucht, die sich in und aus den Wissenschaften ergeben. Neben der Forschung widmet sich das IZEW der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und dem Transfer von Forschungsergebnissen der Ethik in die Universität und die Öffentlichkeit.

 


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